29 August, 2018

Timur Morgunov der Überflieger im HB

Timur Morgunov hat am Mittwochabend den Stabhochsprung-Wettkampf im Rahmen von Weltklasse Zürich im Hauptbahnhof gewonnen. Der 21-Jährige überquerte 5,91 Meter. Einmal mehr erlebten zahlreiche Passanten und Leichtathletikfans ein aussergewöhnliches Leichtathletik-Spektakel und erlebten sportliche Spitzenleistungen aus nächster Nähe.

Timur Morgunov ist am Ende einer strapaziösen Saison alles andere als erschöpft, sondern immer noch hellwach. Der unter neutraler Flagge startende Russe katapultierte sich im dritten Durchgang mit spielerisch anmutender Leichtigkeit über 5,91 Meter. Jederzeit hatte der Europameisterschafts-Zweite den Stab fest im Griff – und das am 50 Meter langen Anlaufsteg dicht gedrängt stehende Publikum ebenfalls.


Beim blitzsauberen Siegessprung brachten die begeisterten Beobachter die Bahnhofshalle regelrecht ins Brodeln – Gänsehautstimmung, wie man sie sonst fast nur aus den Fankurven der Fußballarenen kennt. 5,91 m sind für Timur Morgunov Hallen-Bestmarke. Unter freiem Himmel hatte er sich vor zweieinhalb Wochen im Berliner Olympiastadion in die Reihe der 6-Meter-Springer eingereiht.

Shawn Barber mit Saisonrekord

Shawn Barber (CAN), der Weltmeister von 2015, überquerte 5,81 und 5,86 m im ersten Versuch und schraubte damit seine Saisonbestleistung um fünf Zentimeter nach oben. 5,91 m riss er hauchdünn. Kurtis Marshall (AUS), der Sieger der Commonwealth Games, nahm 5,86 m im zweiten Durchgang und damit so hoch wie nie. „Das muss wohl an der Schweiz und an Zürich liegen“, lobte der 21-Jährige, der im HB imaginäres Bronze verbuchte.


Pawel Wojciechowski (POL), der Weltmeister von 2011, hievte sich im ersten Versuch über 5,81 m und wurde mit Platz vier belohnt. Der WM-Zweite Piotr Lisek (POL) teilte sich mit Hallen-Weltrekordler Renaud Lavillenie (FRA) den fünften Platz – ebenfalls mit 5,81 m. „Die Saison ist lang und hat viel Energie gekostet“, erklärte Renaud Lavillenie, der 2014 in Zürich seinen dritten Europa-Meistertitel in Folge gewinnen konnte. „Heute hat mir die notwendige Energie gefehlt, aber ich werde im nächsten Jahr wiederkommen“, kündigte der 31-Jährige an.  


Der siebte Platz wurde ebenfalls zweimal vergeben. Der griechische Rekordler Konstantinos Filippidis schaffte es nicht über 5,81 m. Auch Weltmeister Sam Kendricks (USA) musste diesmal mit 5,71 m zufrieden sein. Nach einem ungültigen Versuch bei 5,81 m pokerte er und machte erst bei 5,86 m weiter, hatte aber auch hier keinen Erfolg. „Ich bin von der Stimmung beeindruckt und hoffe, dass es am Freitag besser läuft“, spielte der 25-Jährige auf die Diamond Trophy an, die für die Stabhochspringer in Brüssel vergeben wird. Der Olympia-Sieger von 2016 Thiago Braz da Silva (BRA) tat sich schwer und musste seine Stäbe bereits nach im dritten Versuchen abgehakten 5,56 m einpacken.

Alle Ergebnisse gibt es hier.