24 August, 2017

Stefanidi springt im Zürich HB Indoor-Weltjahresbestleistung

Als Einstimmung auf die grosse Leichtathletik-Party am Donnerstag im Stadion Letzigrund fand am Mittwochabend das Stabhochspringen der Frauen im Hauptbahnhof Zürich statt. Grosse Siegerin war Katerina Stefanidi (GRE), die mit 4,87 m eine Indoor-Jahresweltbestleistung aufstellte.

Einmal mehr war der Event im Zürcher Hauptbahnhof ein Publikumsmagnet. Mitten in der Stosszeit liessen es sich die Pendler nicht nehmen, die weltbesten Athletinnen im Stabhochsprung anzufeuern. Die Springerinnen dankten es den Fans mit Top-Leistungen. So kamen beispielsweise gleich acht von zehn Athletinnen über 4,62 m. 

Die Stärkste unter ihnen war Weltmeisterin und Olympiasiegerin Katerina Stefanidi (GRE). Als einzige Athletin zeigte sie bis und mit 4,72 keinerlei Schwächen, womit sie den Grundstein zu ihrem Erfolg legte. Sandi Morris (USA) war die einzige, welche die Griechin in der Endphase noch fordern konnte. Während sich Stefanidi auf 4,82 ihren ersten Fehlversuch des Wettkampfs leistete, liess Morris aus und meisterte 4,87. Nach dem gescheiterten Sprung über 4,82 liess Stefanidi ebenfalls 4,87 auflegen und reüssierte unter dem Jubel der Zuschauer. Damit musste aufgrund der grösseren Anzahl Fehlversuchen Morris auf 4,92 zwingend erfolgreich sein. Eine Notwendigkeit, der sie nicht nachkommen konnte. 

Der Sieg war Stefanidi also nicht mehr zu nehmen. Sie probierte sich zwar noch auf 4,92, riss aber ebenfalls drei Mal. Da mit der gleichen Höhe in der Rangliste aufgeführt, sind Morris und Stefanidi nun gemeinsam Inhaberinnen der Jahresweltbestleistung unter dem Hallendach.

Hoch motiviert dank Zuschauermasse

Die Siegerin sieht den Schlüssel zu ihrer derzeitigen Hochform in der Technik. „Wir arbeiten viel an technischen Feinheiten und am Anlauf“, sagte sie. Nicht zu unterschätzen sei auch der mentale Aspekt. „Ich habe im Moment einfach auch ein grosses Selbstvertrauen. Und man muss sich im Stab schnell konzentrieren können weil man lange Pausen hat, was mir sehr gut gelingt. Wenn dann die tollen Fans uns noch so pushen, kommen solche Leistungen dabei raus.“

Nur Positives hatte die Zweitplatzierte zu berichten: „Ich bin sehr zufrieden mit dieser Saisonbesthöhe. Vor allem weil ich diese Saison etwas Mühe hatte. Heute war ich aber wieder ich selbst und das schlug sich sogleich im Wettkampf nieder.“

Überraschte Nicole Büchler auf Rang vier

Noch einen Tag vor dem Wettkampf hatten die Vorzeichen für die Schweizer Branchenleaderin Nicole Büchler nicht günstig gestanden. Sie leidet derzeit an einer Hüftverletzung und an den Folgen einer Erkältung, sodass sie einen Start im HB gar in Frage stellte. Zum Glück für sie und das Publikum rang sie sich dazu durch, zu springen. Bei der Einstiegshöhe von 4,37 war es zwar knapp, dann folgte aber eine souveräne Serie ohne Fehlversuch über 4,52 und 4,62. Auf 4,72 hat es dann nicht mehr sollen sein. Vor allem beim zweiten Versuch scheiterte sie an dieser Höhe nur knapp. Nichtsdestotrotz beendete sie den Wettkampf als Vierte – zusammen mit Holly Bradshaw (GBR), Lisa Ryzih (GER) und Yarisley Silva (CUB). 

Ein solch gutes Resultat war nach den gesundheitlichen Problem Büchlers nicht unbedingt zu erwarten. Erstaunt über ihr Befinden war auch die Bielerin selbst. „Ich fühlte mich nicht so schlecht und war überrascht, wie gut es mir gesundheitlich ging. Zum Glück hatte ich lange Pausen zwischen den Sprüngen und konnte mich so jeweils gut erholen“, gab sie zu Protokoll. Trotzdem fand sie noch Verbesserungspotenzial. „Auch wenn der zweite Sprung über 4,72 gut war und nicht viel fehlte, nervt mich der dritte. Mich hat es etwas verdreht, dann wurde ich unsicher.“

Leicht enttäuscht über ihren Wettkampf zeigte sich Angelica Moser. Ihre Tagesbesthöhe betrug 4,37. Da die Höhen zu Beginn aber um 15 cm gesteigert wurden, musste sie dann gleich bei 4,52 ran. Eine Höhe die sich heute als zu hoch erwies. Zu ihrem letzten Versuch über 4,52 sagte sie: „Eigentlich hätte ich nicht zu fest daran denken sollen, dass es der Letzte ist und umsetzen was der Trainer sagte. Aber heute klappte das nicht. Vielleicht war ich etwas zu wenig aggressiv. Aber natürlich war die Atmosphäre im HB sehr cool.“