27 August, 2019

Beeindruckende Piloten beim Cybathlon

Zürich ist nicht nur in der Leichtathletik Weltklasse, sondern auch in der Wissenschaft. Der Cybathlon wurde von der ETH Zürich initiiert und ist in diesem Jahr mit Demo-Rennen bei Weltklasse Zürich im Hauptbahnhof zu Gast.

Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) Zürich und Weltklasse Zürich, das passt. Während die ETH eine der renommiertesten Universitäten der Welt ist, zählt Weltklasse Zürich zu den Branchenleadern in Sachen Leichtathletik-Meetings. Am Knotenpunkt des Zürcher Pendlerverkehrs veranstalteten die beiden Kompetenzzellen zusammen eine Cybathlon Experience – ein Anlass mit spannenden Demonstrationswettkämpfen in vier Disziplinen.

Mit technischer Unterstützung durch Alltagssituationen

Einen Tag vor dem Stabhochsprungevent im Hauptbahnhof und zwei Tage vor Weltklasse Zürich standen dabei Menschen mit körperlicher Behinderung, „Piloten“ genannt, und die Wissenschaft im Vordergrund. Die Piloten traten zu einem Wettkampf an, bei dem sie sich im Absolvieren alltagsrelevanter Aufgaben mittels technischer Assistenzsysteme massen. Verschiedene Disziplinen standen auf dem Programm. Die Piloten traten mit Bein- und Armprothesen, motorisierten Rollstühlen und „robotischen Exoskeletten“ (Stützapparate, die querschnittgelähmten Menschen das Gehen ermöglichen) an. Zu den Aufgaben mit Armprothese gehörten das Anziehen eines Pullovers und das Aufhängen von Wäsche. Mit Beinprothese galt es Treppen zu steigen während gleichzeitig Umzugskartons getragen werden mussten, einen Rollstuhl ohne Berührung der Tischplatte unter einem Tisch zu „parkieren“ oder das Absitzen und Aufstehen unterstützt von einem Exoskelett. Begleitet wurden die Piloten nicht nur von ihren Entwicklerteams, sondern auch von sogenannten „Spottern“. Diese Helfer sorgten für die Sicherheit der Piloten, durften bei der Ausführung der Übung jedoch nicht mittun.

Benjamin Gföhler macht grosse Augen

Im Hauptbahnhof waren nicht nur die Direktbeteiligten am Cybathlon mit von der Partie. Benjamin Gföhler liess sich von den Leistungen der Wissenschaftler und Piloten überzeugen. Der Weitspringer musste seine Saison verletzungsbedingt vorzeitig beenden und kann bei Weltklasse Zürich deshalb nicht springen. Stattdessen nahm er sich Zeit für den Cybathlon. „Es ist unglaublich, wie die Piloten mit ihren Behinderungen umgehen“, sagte er. „Und auch wie sie von ihren Helfern unterstützt werden. Mein Team ist deutlich kleiner.“ Der Bezug zur Leichtathletik war auch im Wettkampf gegeben. Die Schweizer Para-Athletin Sofia Gonzalez wird an der nächsten Para-WM im November im Weitsprung und über 100 m an den Start gehen und absolvierte den Cybathlon Parcours mit ihrer Beinprothese.