{"id":1794,"date":"2021-01-15T11:31:41","date_gmt":"2021-01-15T11:31:41","guid":{"rendered":"https:\/\/zurich.diamondleague.com\/2021\/01\/15\/translate-to-english-die-mentalen-hurden-gemeistert\/"},"modified":"2021-01-15T11:31:41","modified_gmt":"2021-01-15T11:31:41","slug":"translate-to-english-die-mentalen-hurden-gemeistert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zurich.diamondleague.com\/en\/translate-to-english-die-mentalen-hurden-gemeistert\/","title":{"rendered":"[Translate to English:] Die mentalen H\u00fcrden gemeistert"},"content":{"rendered":"<div style=\"border-top:solid #0e003c 3.0pt;padding:0cm 0cm 0cm 0cm\">\n<p><strong>Lerne von LEA SPRUNGER:<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p><strong>Jeder von uns ist schon einmal gescheitert. Die bitteren Tr\u00e4nen der Entt\u00e4uschung geh\u00f6ren zu den meisten Lebensl\u00e4ufen wie die Jubelfeier nach einem s\u00fcssen Sieg. Entscheidend ist, dass man die richtigen Erkenntnisse aus Misserfolgen zieht, wieder aufsteht und weiter an sich arbeitet. Wer vor einer grossen Aufgabe steht, sollte sich auf seine St\u00e4rken besinnen und an die vielen H\u00fcrden denken, die er oder sie bereits gemeistert hat.<\/strong><\/p>\n<div style=\"border-top:solid #0e003c 3.0pt;padding:0cm 0cm 0cm 0cm\">\n<p>Wenn jemand weiss, wie man Hindernisse \u00fcberwindet, dann ist es Lea Sprunger. Mitunter t\u00fcrmen sich die zehn H\u00fcrden im Abstand von 35 Metern zu einer Wand, die selbst f\u00fcr die Spezialistin mit den unendlich langen Beinen zur Herausforderung werden. Zwei Schl\u00fcsselerlebnisse haben die Schweizer Rekordfrau \u00fcber 400 m H\u00fcrden und 400 gepr\u00e4gt, ja erst zur Weltklasse-Athletin gemacht, die sie heute ist.<\/p>\n<\/div>\n<p><strong>Der K\u00f6rper will, der Kopf nicht<\/strong><br \/> Olympische Spiele 2016 in Rio de Janeiro: Als frisch gebackene EM-Bronzemedaillengewinnerin auf Bahn eins angetreten, musste Lea Sprunger die Segel bereits im Vorlauf streichen. Die Form war da, die \u00dcberzeugung nicht. Obwohl die Romande vom COVA Nyon vier Jahre zuvor \u00fcber 200 m und mit der 4&#215;100-m-Staffel schon Olympiaerfahrungen hatte sammeln k\u00f6nnen, f\u00fchlte sie sich der Situation nicht gewachsen. \u00dcber Jahre hatte die Junioren-EM-Bronzemedaillengewinnerin im Siebenkampf ihren K\u00f6rper auf diesen Moment vorbereitet \u2013 nicht aber den Kopf. W\u00e4hrend sie im Training beissen kann wie keine andere, versagten im wichtigsten Rennen die Nerven.<\/p>\n<p>Lea Sprunger und ihr Trainer Laurent Meuwly erkannten die Ursache. Ein Mentalcoach sollte helfen. Umso mehr, als sich das Problem 2017 an den darauffolgenden Hallen-Europameisterschaften in Belgrad \u00fcber 400 m zu manifestieren schien. In F\u00fchrung liegend, brach Europas schnellste 400-m-L\u00e4uferin auf der Zielgeraden dermassen ein, dass es sogar ihren Finalgegnerinnen leidtat. \u00abVielleicht bin ich nicht geschaffen f\u00fcr diesen Sport\u00bb, rang die F\u00fcnftplatzierte nach Erkl\u00e4rungsversuchen.&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zwei Gesichter auf und neben der Bahn<\/strong><br \/> Diese Aussage \u00fcberrascht. Denn Lea Sprunger hat sich in den letzten 13 Jahren von der \u00abPetite\u00bb, wie sie von ihrer \u00e4lteren Schwester Ellen liebevoll genannt wird, zur Leaderin in Meuwlys Trainingsgruppe entwickelt. Gleiches gilt f\u00fcr die Nationalteams von Swiss Athletics. \u00abLea war und ist eine, die ihre Vorbildrolle wahrnimmt, eine, die genau weiss, was und wohin sie will und andere mitzuziehen vermag\u00bb, best\u00e4tigt der Freiburger Erfolgscoach in Diensten des niederl\u00e4ndischen Verbandes. Auf internationalem Parkett indes machte sie sich bisweilen kleiner, als es ihre K\u00f6rpergr\u00f6sse (1,83 m) vermuten l\u00e4sst. \u00abAufgewachsen mit drei Geschwistern, bin ich es mir gewohnt, zu teilen und auf andere R\u00fccksicht zu nehmen. Im Spitzensport hingegen sind andere Eigenschaften gefragt.\u00bb<\/p>\n<p>Ob an nationalen, kontinentalen oder globalen Titelk\u00e4mpfen: Wenn es um die Medaillen geht, muss Lea Sprunger Egoistin sein. Etwas, das ihrem Naturell nicht unbedingt entspricht. \u00abAm wohlsten f\u00fchle ich mich zu Hause im Kreis der Familie oder bei meinen Freunden. Hier kann ich abschalten, meine Batterien aufladen und die Person sein, die ich wirklich bin.\u00bb Noch heute f\u00e4llt es der Waadtl\u00e4nderin aus dem beschaulichen Gingins schwer, an Wettk\u00e4mpfen in die Rolle der selbstbewussten, unersch\u00fctterlichen Superathletin zu schl\u00fcpfen. \u00abUnterdessen habe ich aber gelernt, in Drucksituationen auf mich und meine St\u00e4rken zu vertrauen.\u00bb<\/p>\n<p><strong>London und Berlin als Erl\u00f6sung<\/strong><br \/> Ein halbes Jahr nach dem Trauma in Belgrad geht Lea Sprunger an den Weltmeisterschaften in London 2017 mit einem anderen Mindset an den Start. Sie freut sich auf die grosse B\u00fchne, hat keine Angst vor klingenden Namen. Stattdessen konzentriert sie sich nur auf sich, ihren Rhythmus, ihre Bahn. In ihrem ersten WM-Final st\u00fcrmt sie auf den f\u00fcnften Rang. Es ist die Best\u00e4tigung, dass sie es kann, wenn es z\u00e4hlt \u2013 und an sich glaubt. Ihr langj\u00e4hriger Trainer hat es seit Juniorentagen getan, wobei die neunfache Schweizer Elite-Meisterin ihrerseits von einem \u00absteten Prozess\u00bb spricht.<\/p>\n<p>Dank Resilienz und viel Selbstreflexion liefert sie 2018 im Berliner Olympiastadion ihre mentale Meisterleistung ab: EM-Gold \u00fcber 400 m H\u00fcrden \u2013 vor 48 500 Zuschauern, darunter etliche Schweizer Fans, die bis zur letzten H\u00fcrde zittern. In den Tagen vor ihrem Coup hat sich die erste helvetische Freiluft-Europameisterin die ganze Vorbereitung nochmals in Erinnerung gerufen, jedes Training, speziell die harten Einheiten. \u00abDas Wissen, im Vorfeld alles getan zu haben, gab mir das n\u00f6tige Selbstvertrauen. Ich war mir sicher: Es musste einfach klappen.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Zur Siegerin gereift<\/strong><br \/> Seither scheint Lea Sprunger wie verwandelt. Nur acht Tage nach ihrer internationalen Titelpremiere triumphiert sie in Birmingham als erst zweite Schweizerin bei einem Meeting der Diamond League. Im Fr\u00fchjahr 2019 doppelt die H\u00fcrden-Europameisterin unter dem Hallendach in Glasgow nach: EM-Gold \u00fcber 400 m.<\/p>\n<p>V\u00f6llig entfesselt und trotz \u00abschwieriger Saison\u00bb bricht Sprunger sieben Monate sp\u00e4ter Anita Prottis 28-j\u00e4hrigen Landesrekord \u2013 und das ausgerechnet im WM-Final von Doha, ganz auf der Aussenbahn. Ihre 54,06-sek\u00fcndige Parforceleistung reicht im schnellsten 400-m-H\u00fcrdenrennen aller Zeiten zwar \u00abnur\u00bb zum undankbaren vierten Platz. Doch die Westschweizerin weiss unterdessen: \u00ab2021 werden die Karten neu gemischt. Gelingt es mir, alle Puzzleteile zusammenzubringen, kann ich um eine Olympiamedaille k\u00e4mpfen \u2013 die fehlt noch in meinem CV.\u00bb Es w\u00e4re die erste einer Schweizer Leichtathletin.<\/p>\n<p><strong>Die letzte Runde<\/strong><br \/> F\u00fcr das grosse Ziel ist die bald 31-J\u00e4hrige bereit, ihre Komfortzone ein letztes Mal zu verlassen, ein letztes Mal \u00ab110 Prozent\u00bb im Training zu geben, sei es in S\u00fcdafrika, Magglingen, Lausanne oder im holl\u00e4ndischen Papendal, wo die \u00abGrande Dame\u00bb regelm\u00e4ssig von den \u00abjungen Wilden\u00bb gefordert wird.<\/p>\n<p>\u00abAm Ende dieses Jahres m\u00f6chte ich nichts bereuen\u00bb, sagt die Athletissima- und Weltklasse Z\u00fcrich-Botschafterin mit Blick auf ihre Abschiedssaison: \u00abWenn ich in Tokio mein bestes Rennen zeige und drei schneller sind, dann ist es so. Ich versuche das zu beeinflussen, was ich kann.\u00bb Egal, wie ihre letzte Mission endet, das in den Stadien der Welt erworbene Mindset wird Lea Sprunger \u00fcber ihre Laufbahn hinaus begleiten.<\/p>\n<p><strong>&gt;&gt;&gt; Inspiration-Clip mit Lea Sprunger<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>From Zero to Hero: Lea Sprunger scheitert an den Olympischen Spielen 2016 im Vorlauf und...","protected":false},"author":0,"featured_media":1294,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"city":[],"class_list":["post-1794","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-zurich"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/zurich.diamondleague.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1794","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/zurich.diamondleague.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/zurich.diamondleague.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zurich.diamondleague.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1794"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/zurich.diamondleague.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1794\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zurich.diamondleague.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1294"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/zurich.diamondleague.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1794"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/zurich.diamondleague.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1794"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/zurich.diamondleague.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1794"},{"taxonomy":"city","embeddable":true,"href":"https:\/\/zurich.diamondleague.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/city?post=1794"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}