{"id":1787,"date":"2020-10-26T06:52:07","date_gmt":"2020-10-26T06:52:07","guid":{"rendered":"https:\/\/zurich.diamondleague.com\/2020\/10\/26\/translate-to-english-julien-wanders-ist-anders\/"},"modified":"2020-10-26T06:52:07","modified_gmt":"2020-10-26T06:52:07","slug":"translate-to-english-julien-wanders-ist-anders","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zurich.diamondleague.com\/en\/translate-to-english-julien-wanders-ist-anders\/","title":{"rendered":"[Translate to English:] Julien Wanders ist anders"},"content":{"rendered":"<h4>Egal, wo du im Leben gerade stehst, egal, welche Ziele du im Beruf, Studium oder Sport verfolgst: H\u00f6r nie auf, noch besser zu werden. Wie? Indem du von den Besten deines Fachs lernst. Mach dir die jahrelange Erfahrung von Weltklasse-Athleten zu nutzen. Die meisten sind schon mehrfach durch schwierige Phasen gegangen und gest\u00e4rkt aus Krisen hervorgegangen. Statt aufzugeben, gehen sie weiter, verlassen ausgetretene Pfade und suchen nach neuen Wegen. Dabei sind sie auch nur Menschen. Menschen mit Tr\u00e4umen. Im Unterschied zu den meisten anderen arbeiten sie indes noch h\u00e4rter, noch kompromissloser, damit ihre Tr\u00e4ume in Erf\u00fcllung gehen. Wie Julien Wanders. Lass dich von seinem Mindset \u2013 grosse Ziele, noch gr\u00f6ssere Leidenschaft, keine Grenzen \u2013 inspirieren!<\/h4>\n<h3>Lerne von Julien Wanders<\/h3>\n<p>Inspiriert von den besten L\u00e4ufern der Welt, hat sich <a href=\"https:\/\/julienwanders.ch\/\" target=\"_blank\" title=\"Julien Wanders\" rel=\"noopener\">Julien Wanders<\/a> mit 18 Jahren entschieden, sein Leben im wohlhabenden Genf aufzugeben, um im kenianischen Hochland selber zu versuchen, der beste L\u00e4ufer der Welt zu werden. Kein Schweizer Sportler verfolgt seine Tr\u00e4ume derart konsequent, derart fokussiert wie der 24-j\u00e4hrige Doppel-Europarekordhalter im Halbmarathon (59:13) und \u00fcber 10 Kilometer (27:13), der als Junior bereits Markus Ryffels Rekorde auf der Strasse (10 km) und der Bahn (5000 m) pulverisiert hat.<\/p>\n<h4>Der Traum<\/h4>\n<p>Am Anfang war der Traum. Der Traum, einmal Laufprofi zu werden, Medaillen zu gewinnen und Rekorde zu brechen. Dieser Wunsch reifte in Julien Wanders im Alter zwischen 12 und 15 Jahren. Dabei dachte er schon damals in Dimensionen, die hierzulande jegliche Normen sprengen. Er wolle nicht bester Genfer, Schweizer oder Europ\u00e4er werden, nein: \u00abIch will der beste L\u00e4ufer der Welt werden\u00bb, verriet der Genfer Kantonalsieger des UBS Kids Cups einst mit leiser Stimme, um nicht \u00fcberheblich oder gar arrogant zu klingen (das Gegenteil ist der Fall). Tr\u00e4ume hat jeder, zumal als Teenager, jedoch verfolgen nur ganz wenige ihre Tr\u00e4ume mit allerletzter Konsequenz. Julien Wanders tut es. Und das im Langstreckenlauf, der am weitesten verbreiteten und kompetitivsten Sportart der Welt.&nbsp;<\/p>\n<h4>Die Inspiration<\/h4>\n<p>Wer der Beste werden m\u00f6chte, muss wissen, was die Besten besser machen. Ergo sammelte Julien Wanders alle Informationen, die er \u00fcber den Laufsport finden konnte. Immer wieder stiess er dabei auf Kenia, genauer: auf den Ort Iten im Westen des Landes. \u00abHome of Champions\u00bb steht auf dem Torbogen beim Stadteingang, und das ist nicht \u00fcbertrieben. Die Mehrheit der kenianischen Weltklasse-L\u00e4ufer haben ihre Wurzeln im fr\u00fcheren Rift Valley oder trainieren zumindest regelm\u00e4ssig hier, auf 2500 Metern \u00fcber Meer. Von 800-m-Olympiasieger und -Weltrekordhalter David Rudisha bis zu dessen Pendant im Marathon, Eliud Kipchoge, den Wanders sowohl in Monza als auch in Wien bei dessen 2-Stunden-Projekten begleiten durfte. Der Schweizer Ausnahmel\u00e4ufer hat die kenianische Ausnahmestellung im Laufbereich sogar zum Thema seiner Maturaarbeit gemacht. Nach dem Gymnasium, gerade vollj\u00e4hrig, stand deshalb f\u00fcr ihn fest: \u00abWill ich so schnell und gut werden wie die Kenianer, muss ich so leben und trainieren wie sie.\u00bb<font face=\"HelveticaNeueLT Std Lt Cn, sans-serif\"><span style=\"font-size: 14.6667px\">&nbsp;<\/span><\/font><\/p>\n<h4>Der Laufvirtuose<\/h4>\n<p>Seine Eltern, beide Akademiker und begnadete Musiker, waren nicht begeistert, als sie von Julien Wanders\u2019 Vorhaben erfuhren. Immerhin konnten sie den 18-J\u00e4hrigen noch \u00fcberreden, sich f\u00fcr ein Wirtschaftsstudium an der Universit\u00e4t Genf einzuschreiben. Allein, sie wussten schon nach wenigen Tagen: \u00abWiderstand zwecklos. Hat sich Julien einmal etwas in den Kopf gesetzt, ist er nicht mehr von seiner Idee abzubringen.\u00bb W\u00e4hrend zehn Jahren hatte ihr Sohn Cello gespielt, zu Beginn stundenlang und mit grossem Eifer, bis er das Interesse verlor, weil er sich lieber durchs Laufen als durch die Musik ausdr\u00fcckt. Das Laufen bestimmt seinen Lebensrhythmus, seit er mit f\u00fcnf Jahren erstmals an der L\u2019Escalade in Genf startete, nachher in den organisierenden Verein (Stade Gen\u00e8ve) eintrat und dort zu seinem heutigen Trainer Marco J\u00e4ger fand. Laufen machte Julien Wanders gl\u00fccklicher als Werfen und Springen oder Ballspiele. Also suchte er sein h\u00f6chstes Gl\u00fcck im Mekka des Laufsports. Von der reichen Weltstadt Genf f\u00fchrte sein Weg via Nairobi nach Eldoret und von dort weiter in einem \u00abMatatu\u00bb (Sammeltaxi) nach Iten, das trotz seiner 40 000 Einwohner eher wie ein Dorf wirkt.&nbsp;<\/p>\n<h4>Die Leidenschaft<\/h4>\n<p>In Iten ist Laufen die nat\u00fcrlichste Sache der Welt. Und die h\u00e4ufigste Berufswahl. Rund ein Viertel der Bev\u00f6lkerung verdient damit seinen Lebensunterhalt. Oder versucht es zumindest. Julien Wanders, wohlbeh\u00fctet in einer bildungsb\u00fcrgerlichen Familie aufgewachsen, braucht nicht des Geldes wegen zu laufen: \u00abC\u2019est ma passion!\u00bb Laufen bedeutet f\u00fcr ihn Leidenschaft. Mit seiner Hingabe und Disziplin h\u00e4tte er auch (Chemie-)Lehrer wie sein Vater, (Berufs-)Musiker wie seine Mutter oder (Kinder-)Arzt wie seine \u00e4lteste Schwester werden k\u00f6nnen. Julien aber entschied sich freiwillig, den Komfort in der Schweiz hinter sich zu lassen, um sich die Lebensweise der ostafrikanischen L\u00e4ufer anzueignen. Dabei w\u00e4hlte er nicht die \u00abeurop\u00e4ische\u00bb Variante mit All-inclusive-Hotel und Rundumbetreuung, sondern logierte bei einer einheimischen Familie \u2013 ohne fliessendes Wasser, ohne Strom und mit viel selbstgekochtem \u00abUgali\u00bb (Maisbrei). \u00abMan muss mental stark sein, aber die wichtigste Voraussetzung f\u00fcr ein solches Leben ist die Leidenschaft, die Leidenschaft f\u00fcrs Laufen\u00bb, offenbarte der Vollblutl\u00e4ufer einmal in einem Interview gegen\u00fcber dem Tages-Anzeiger.&nbsp;<\/p>\n<h4>Die Erleuchtung&nbsp;&nbsp;<\/h4>\n<p>Sein langj\u00e4hriger Mentor Marco J\u00e4ger gab ihm zwar einen Trainingsplan mit ins Gep\u00e4ck. Doch Julien warf diesen schon nach wenigen Tagen \u00fcber Bord. Kunstst\u00fcck, denn in den bis zu 50-k\u00f6pfigen Laufgruppen verkommen Kilometerzeiten und Pulswerte zur Makulatur. F\u00fcr den jungen \u00abMzungu\u00bb (Ausl\u00e4nder) ging es einzig ums \u00dcberleben. Nach einem Monat war er wieder zu Hause, geschw\u00e4cht durch eine Lebensmittelvergiftung und komplett im \u00dcbertraining. Trotzdem brannte sein inneres Feuer st\u00e4rker denn je: \u00abMir leuchtete sofort ein, dass ich nach Iten zur\u00fcckkehren musste, wenn ich mich als L\u00e4ufer weiterentwickeln wollte.\u00bb Ein halbes Jahr sp\u00e4ter flog er wieder hin. Mittlerweile verbringt der schnellste \u00abweisse\u00bb Halbmarathonl\u00e4ufer der Geschichte \u00fcber zehn Monate im kenianischen Hochland, ja er gilt als Einheimischer, auch wenn er die zweite Landessprache, Swahili, noch nicht fliessend spricht. Julien Wanders hat sich angepasst \u2013 und verliebt. Einerseits in die immer gr\u00fcnen H\u00fcgellandschaften mit den endlosen rotbraunen Erdstrassen, anderseits in eine Primarlehrerin und Restaurant-Besitzerin namens Joan Jepkorir Kiprop, die alle \u00abKolly\u00bb nennen und mit der er inzwischen ein bescheidenes kleines H\u00e4uschen teilt.<\/p>\n<h4>Die schweizerische Professionalit\u00e4t<\/h4>\n<p>\u00abEine meiner gr\u00f6ssten Leistungen war es\u00bb, konstatiert der letztj\u00e4hrige Cross-EM-Dritte, \u00abmich an das Leben in Kenia zu gew\u00f6hnen.\u00bb Es ist ein einfaches, asketisches Leben, ohne Ablenkung, ohne Stress, aber wohl strukturiert. Der Tag beginnt um 5.30 Uhr und endet sp\u00e4testens um 20.30 Uhr, bestehend aus dem immer gleichen Dreiklang trainieren-essen-schlafen. 13 Einheiten, 160 bis 200 Laufkilometer pro Woche, erg\u00e4nzt durch Meditation, Lauftechnik-, Kraft- und Stabilisations\u00fcbungen, die Julien Wanders \u2013 im Gegensatz zu den meisten Kenianern \u2013 regelm\u00e4ssig in sein Programm integriert, um \u00dcberlastungen des St\u00fctz- und Bewegungsapparats vorzubeugen. \u00dcberhaupt kann er neben seiner eigenen kenianischen Trainingsgruppe auf viel Schweizer Know-how z\u00e4hlen. \u00abWenn du Weltklasse werden willst, m\u00fcssen wir uns von Anfang an mit Weltklasse-Leuten umgeben\u00bb, hat ihm sein Marco J\u00e4ger klar gemacht, im Wissen, dass Juliens K\u00f6rper nicht immer mit dessen Wille Schritt zu halten vermag. Zum professionellen Umfeld geh\u00f6rt darum auch ein Sportarzt, Biomechaniker, Physiotherapeut, Mentaltrainer und Ern\u00e4hrungswissenschaftler, alles Experten auf ihrem Gebiet.<\/p>\n<h4>Die kenianische Mentalit\u00e4t<\/h4>\n<p>Zusammen mit seinem Coach plant Julien Wanders seine Karriere akribisch wie ein Schweizer. Allein, physiologisch und kulturell n\u00e4hert er sich den afrikanischen immer mehr an. Die d\u00fcnne H\u00f6henluft, verbunden mit der vermehrten Produktion der sauerstofftransportierenden roten Blutk\u00f6rperchen, mag im Ausdauersport ein Vorteil sein. Den Hauptgrund f\u00fcr die \u00dcberlegenheit der Kenianer sieht der Rekordl\u00e4ufer allerdings in der Mentalit\u00e4t: \u00abVon den Kenianern habe ich gelernt, dass nichts unm\u00f6glich ist, dass es keine Grenzen gibt.\u00bb In Europa sei man schon zufrieden, wenn man den Halbmarathon unter einer Stunde schaffe. \u00abWieso aber nicht unter 58 Minuten?\u00bb Es ist dieses Mindset, das Julien Wanders von Eliud Kipchoge und Co. \u00fcbernommen hat und ihn nach dem Halbmarathon-Europarekord vom Marathon-Weltrekord tr\u00e4umen l\u00e4sst. Warum nicht unter zwei Stunden? Christian Taylor bleibt gleichwohl hungrig und dem\u00fctig. Auch, weil er sich intensiv mit dem Warum besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<h4><strong><a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/play\/tv\/sportpanorama\/video\/das-schweizer-laufwunder-julien-wanders?urn=urn:srf:video:0b9cc634-2837-433c-9ee2-927241bba8d7\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SRF Sport: Julien Wanders&#8217; Leben in Kenia&nbsp;<\/a><\/strong><\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Egal, wo du im Leben gerade stehst, egal, welche Ziele du im Beruf, Studium oder Sport...","protected":false},"author":0,"featured_media":1264,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"city":[],"class_list":["post-1787","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-zurich"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/zurich.diamondleague.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1787","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/zurich.diamondleague.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/zurich.diamondleague.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zurich.diamondleague.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1787"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/zurich.diamondleague.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1787\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zurich.diamondleague.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1264"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/zurich.diamondleague.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1787"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/zurich.diamondleague.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1787"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/zurich.diamondleague.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1787"},{"taxonomy":"city","embeddable":true,"href":"https:\/\/zurich.diamondleague.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/city?post=1787"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}